unterwegs für eine Vision

21.-23. Pilgertag: Nach, in und von Hildesheim

Am Freitag begleitet mich mein Freund Merlin, und wir treffen uns schon in Hildesheim am Bahnhof, um gemeinsam nach Sarstedt zu fahren, genau dahin, wo ich am Tag zuvor den Weg beendet hatte. Er führt meist direkt an der Innerste entlang, und ist ähnlich schön (und mir unbekannt) wie der vom Vortag.

Es hat etwas Seltsames an sich, dann in die Stadt hinein zu wandern und nun pilgernd die Wege zu gehen, die ich sonst als Spaziergänger unterwegs bin.
Ich bin früh zu Hause, und neugierig auf die Abendveranstaltung in der Martin-Luther Kirche, die in der Zeitung recht groß angekündigt war. Es ist dann ähnlich wie in Wolfsburg, die Unterstützung durch die Kirchengemeinde erweist sich als hilfreicher als die publizistische Ankündigung. Hierher kommen natürlich auch einige meiner Freunde, und so bin ich mit dem Ergebnis durchaus zufrieden.

Die Übernachtung im „eigenen Bett“ fühlt sich dann wieder eher fremd an. Während der Pilgerreise gibt es zwischendurch immer noch und immer wieder etwas zu organisieren, dadurch ist auch der Kontakt zu meiner Frau Sylvia beeinträchtigt. Sie hatte für wunderbaren Blumenschmuck gesorgt, der den etwas tristen Gemeinderaum für Impuls, Gespräch und Meditation deutlich aufwertete. Ausgerechnet davon hatte niemand ein Bild gemacht, und ich selbst war viel zu beschäftigt, um daran denken zu können. Schade.

Weg und Bilder in Komoot: 21. Pilgertag, von Sarstedt nach Hildesheim

Ebenfalls in der Zeitung angekündigt war der Rund-Pilgerweg um Hildesheim herum, der am Samstag vor der Godehardikirche begann.

Es waren über 20 Personen, die sich dort einfanden und eine interessante Mischung aus Freunden, diesmal vielen Interessenten, die durch die Zeitung aufmerksam geworden waren und Gemeindemitgliedern: Lutz Krügener, der Pastor der Martin-Luther Gemeinde, in der am Freitag die Veranstaltung stattfinden konnte, hatte zufälligerweise für denselben Tag einen Pilgerweg geplant, den er dann mit meinem zusammenlegte. Da wir uns auf Anhieb gut miteinander verstanden, wechselten wir uns ganz selbstverständlich in den Impulsen und Anleitungen, die wir den Tag über einbrachten, ab.

Es wurde ein sehr schöner Tag, in dem im ersten Teil auf dem längeren Weg zum Kloster Marienrode und zurück in die Stadt zur Sankt Mauritius Kirche das Unterwegssein auf dem Pilgerweg im Vordergrund stand, und dann im zweiten Teil in den großen Kirchen Sankt Michaelis, dem Dom und der Godehardi Kirche das Innehalten zu bestimmten Themen.

Ein besonderer Bezug darf hier nicht fehlen: im Kloster Marienrode, auf dem Betriebshof, waren bis vor wenigen Wochen die Sandsteinplatten gelagert, die beim Umbau des Hildesheimer Doms vom Domhof Gelände dorthin ausgelagert waren. Durch eine äußerst glückliche Fügung sind diese Steine inzwischen als Schenkung im Kloster Gerode gelagert und warten darauf in der nächsten Ausbaustufe im Innenraum der Geroder Klosterkirche als Bodenbelag ihrer neuen Bestimmung entgegenzugehen: Im Jubiläumsjahr 2024 wird dann dieser Raum zunächst schon für Open Air Veranstaltungen genutzt werden können. Meine Pilgeraktion und eure Spenden werden dazu einen wichtigen Beitrag leisten!

Weg und Bilder in Komoot: 22. Pilgertag, Rundpilgerweg Hildesheim

Am Sonntag stand dann der Aufbruch aus Hildesheim auf die letzten Etappen des Wegs an. Wieder war Merlin dabei, der mich 3 Tage begleiten konnte, außerdem meine Freunde Detlef und Matthias, der leider nur ein Stück des Weges mitgehen konnte. Wir vier Männer begannen den Weg beim Labyrinth im Kloster Marienrode. Es ist nach dem Vorbild des Labyrinths in der Kathedrale von Chartres gestaltet, und wie der Pilgerweg ein anderes mächtiges Symbol für unseren Lebensweg, der in vielen Irrungen und Windungen doch sein Ziel in der Mitte, die die Verschmelzung mit Gott symbolisiert, erreicht.

Von hier aus konnten wir ein großes Stück des Weges der via Skandinavica folgen, die jetzt durch die abwechslungsreiche und bergige Landschaft zwischen Hildesheim und dem Harz führt. Und hier freute ich mich auch über die Unterstützung, die ich von meinen Freunden erhielt, um mit dem Pilgerwagen manche steile Strecke zu bewältigen.

Das Wetter war immer noch recht kühl, aber deutlich besser als es von der Vorhersage her zu erwarten war. Unser Ziel, die Kulturherberge in Westfeld, erreichten wir frühzeitig genug, so dass Detlef vom Nachbarort aus seinen Bus zurück nach Hildesheim erreichte, und ich mir mit Merlin ein bescheidenes Mahl zubereiten konnte – mit den Lebensmitteln, die wir mitgebracht hatten.


Weg und Bilder in Komoot: 23. Pilgertag, von Hildesheim nach Wernerhöhe

3 Kommentare

  1. Schönbeck

    Lieber Reinhard, ich habe nun das spontane Dazukommen friedlich losgelassen.
    Der Körper signalisiert weiterhin Ruhe und so bin ich damit jetzt in Frieden gekommen.
    Ich bleibe weiter in Gedanken dabei, pilgere auf diese Art mit und bin so, mit dem, was gerade bei mir ist, nun friedlicher geworden.
    Mögen Dich weiterhin genügend Kraft und Ausdauer in den Beinen, Frohsinn im Herzen, Wachheit im Geiste, Freunde und gutes Wetter begleiten.
    Herzlichst Gabi

  2. Sabine Dobriczikowski

    …in die unterschiedlich gestalteten Austausch- und Begegnungsmöglichkeiten Deines Projektes, fließt auf eine kluge und konzentrierte Art und Weise Deine körperliche, mentale und emotionale Kraft und die all derer, die Dich ein Stück begleiten konnten.
    Ein Kraftfeld entsteht, das mit jedem Kilometer und jeder Begegnung größer wird.
    Am Ziel angekommen wirst du Dein tiefempfundenes, aufrichtiges Ansinnen durch das Klostertor in das Kirchengebäude hineingetragen und ihm dort noch einmal mit allen die Dich dort empfangen gemeinsam nachspüren.
    Was für ein schönes, kraftvolles und Hoffnung stärkendes Bild.
    Ich bedanke mich dafür bei Dir und allen die Dich dabei unterstützen von ganzem Herzen und werde mich zur Zeit der Abschlussfeier mit einer stillen Stunde verbinden.
    Sabine Dobriczikowski

  3. Angela

    Lieber Reinhard,
    die Rundtour in Hildesheim habe ich genutzt, um ein Stück des Weges mitzugehen, auch wenn es an diesem Tag nicht wirklich um ein Vorankommen auf der Strecke ging.
    Ich habe diesen Tag als sehr befriedend für mich wahrgenommen und danke für die guten Impulse, die Achtsamkeitsübungen, die Gespräche, die gute Stimmung in der Gruppe und das gemeinsame Singen, dazu eine tolle Landschaft, beeindruckende Orte, die wir besuchten. Es war eine freudvolle, angenehme Erschöpfung, die mich im Anschluss nach Hause begleitete.
    Ich wünsche dir gute letzte Pilgertage und eine ebensolche Ankunft in Gerode.
    Angela

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